Visitenkarten / Business Cards

Viel Besonderheit, Individualität und Information im Scheckkartenformat. Ich möchte euch ein paar ausgewählte Projekte rund um die Gestaltung von Visitenkarten vorstellen und auch einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte der kleinen Kärtchen geben.

Einleitung

Es stellt sich die Frage ob das Prinzip der Visitenkarte nicht schon längst durch die ständige Digitalität überholt ist oder gerade dadurch wieder zu einem wichtigen haptischen Faktor in der Kommunikation rund um die eignende Persönlichkeit wird.

Was jedoch immer Gülitigkeit hat solange es Visitenkarten gibt:

Eine Visitenkarte ist mehr als ein Zettel mit Namen und Telefonnummer. Es ist ein Stück Identität. Frank Dommenz,
Malermeister und Illustrator

In den letzten zwei Jahren wurden wir häufiger den je für die Gestaltung von Visitenkarten beauftragt. Woran das liegen könnte, können wir nur vermuten. Wir freuen uns jedenfalls, dass die Gestaltung auf kleinstem Raum wieder in unser Arbeitsportfolio eigezogen ist. Wagen wir an dieser Stelle einen kleinen Blick in die Historie der Visitenkarten. Ich habe ein paar Informationen zusammengestellt, welche natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Jeder der sich ausführlicher mit dem Thema Visitenkarten beschäftigen will empfehle ich diese drei Quellen:

Zusammenfassung Geschichte

Weder der genaue Ursprung der Visitenkarte, noch ihr Erfinder ist geschichtlich belegt oder nachvollziehbar. Das erste belegbare aufkommen der uns bekannten Visitenkarte wird auf den Anfang des 17. Jahrhundert datiert. Damals wurden die kleinen Kärtchen noch nicht Visitenkarten genannt sondern „Besucherkarten" oder im Englischen „Calling Cards“ Jedoch gibt es eine eindeutige namentliche Verbindung, denn im Lateinischen wurde der Besuch „visita“ genannt. Zum Einsatz kamen die Karten z.B. beim Adel im damaligen Frankreich, Österreich und England. Quelle Sobald en Besucher eines Namenhaften Hauses seine Visite ankündigen wollte überreichte man seine Karte dem zuständigen Dienstboten, welcher die Karte auf einem Silbertablett der Herrschaft überreichte. Die Karte hatte somit eine Ankündigungsfunktion, um mitzuteilen das man angekommen sei oder bald wieder abreisen würde. Quelle

Die Gestaltung der Visitenkarte durchlief auch unterschiedliche Moden. So wurde im 19. Jahrhundert die Besucherkarten in der Gestaltung immer spartanischer. Zuvor waren diese noch reich verziert, Jedoch veränderte sich die Größe der der Karte deutlich. Für Herren wurde die Standardgrößen auf 10,5 x 6,5 cm festgelegt. Die Damen mussten sich mit einem Format von 5,0 x 8,0 cm zufrieden geben. Sogar der damalige Kaiser Wilhelm konnte es sich nehmen lassen ein eigenes Format für seine Karte festzulegen: 12,0 x 6,5 cm. Die Kartengröße blieb jedoch modeabhängig. So bevorzugte man in Frankreich zur gleichen Zeit eher lange, schmale Karten, in England kleine und in Amerika quadratische Formate. Zur Jahrhundertwende waren auch Karten mit abgerundeten Ecken „englisches Format“ sehr modern. Quelle

In den 90er Jahren wurde die Visitenkarte wahrlich zum Statussymbol bei Führungskräften und Business Leuten. Welchen Rang und Namen wurde nicht mehr nur noch darüber bestimmt auf welchen teureren Restaurants er bevorzugt wurde sondern auch an der Papierqualität und dem Druck seiner Businesscard. Ad absurdumdes wird der Visitenkarte Wahnsinns der 90er Jahre ih der berühmten Visitenkarten-Szene in der Verfilmung von Bret Easton Ellis' Roman "American Psycho“ geführt. Quelle

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Kunde: Blue Saloon

Für die Berliner Indie Singer Songwriter Band Blue Saloon konnte ich mich so richtig künstlerisch auslassen.Verbunden durch die gemeinsame Leidenschaft zur Folk- und Rockmusik der 60er und 70er Jahre, kennzeichnet das Singer-Songwriter Duo insbesondere ihr zweistimmiger Gesang und ein charismatischer Banjo-Sound.

Gestaltung

So wie die Musik sollte auch das KeyVisual vom Blue Saloon ganz im Zeichen von handmade gehalten werden. Schnell wurde klar, damm mit der dass die Aquarell-Technik Farbverläufe gemalt werden sollten die für die Visitenkarte wie auch für das gesamte Artwork eigesetzt wurden. Dann hieß es nix wie ran ans Papier, Pinsel und Tuschkasten. Entstanden sind eine Reihe von Visulas in blauer Grundstimmung mit gelben und orangenen Akzenten. Für den Schriftzug Blue Saloon wurde die Schrift Yeseva One ausgewählt. Sie sollte den handmade-charakter der Farbverläufe und die Vibes der 60/70er Jahre aufgreifen. Um die Aquarell-Farbverläufe noch stärker auf der Visitenkarten hervorzuheben wurde die Veredlung eines partiellen glänzenden UV-Lacks gewählt. Die Visitenkarten und auch das Key Visual wurden zum Release des 1. Albums: How we get by entworfen.

Hier geht es zum Artikel zur Entwicklung des Artworks von Blue Saloon

Druck

Format Querformat 8,5 x 5,5 cm
Veredelung beidseitiger partieller UV-Lack glänzend
Material 400g Bilderdruck matt
Farbigkeit 4+l/4+l farbig
Druckerei Flyeralarm

Kunde: Anna Finke

Die Kunstsachverständige Anna Finke arbeitet mit ihrem Vater gemeinsam im Familienunternehmen Kunstsachverständige Finke. Anna war es besonders wichtig, das die neuen Visitenkarten aus hochwertigen Material und besonders in der Ausfertigung zu gleich sind.

Gestaltung

Somit beschloss ich, dass die Gestaltung der Visitenkarten eher zurückhaltend und schlicht gehalten werden sollte um der Papier Veredlung (Zwei Papiere aufeinander zu kaschieren) den nötigen Wirkungsraum zu geben. Angelehnt an die bestehende Webseite wurde von mir ein warmes grau mit einem intensiven dunklen blau kombiniert. Die Herausforderung war es eine Schrift zu finden, sie zum einen die Kunst-Branche und zum anderen Anna Persönlichkeit widerspiegelte. Geworden ist es die Font Libre Baskerville. Sie ist minimal verspiel und gleichzeitig sehr gut lesbar und nicht zu nüchtern. Die Wirkung der Serifen-Schrift wird durch Letterpress-Druck noch stärker hervorgehoben.

Druck

Format schmales Querformat 8,5 x 5,0 cm
Veredelung Papierkaschierung, Heisfolienprägung, Letterpress
Material Vorderseite: Colorplan Imperal Blue 270 g/m2
Rückseite: Colorplan Pale Grey 270 g/m2
Farbigkeit Vorderseite Heißfolienprägung Foilco 797
Rückseite: Sonderfarbe Pantone 53
Druckerei Baumgarten und Grützmacher

Kunde: Alexander Peppler

Der vollherz Musiker Alexander Peppler begeistert durch seine markant und klare Stimme. Er singt von Menschsein, vom Mut zur Veränderung und von der Suche nach Wahrheit. Sein persönlicher Styl klingt modern und doch zeitlos und erinnert an 60/70er Folk und Blues mit Pop-Elementen.

Gestaltung

Für seine Solo-Projekte träumte er schon lange von einem Corporate Design mit einer charakteristisch roten Schrift. Ebenfalls sollte durch das Design Alexanders Kernthemen: Reisen - Schreiben - Musizieren transportiert werden. Auf der Suche nach einem Verbundenen Element sind mir die vielen Notizen von Alexander aufgefallen. An dieser Stelle war es klar, den Charakter dieser Notizen durch Handletterling in die Gestaltung mit aufzunehmen. Angelehnt an die Tesla Font entsannt mit Tusche und Feder ein handgeschriebener Schriftzug.Die Visitenkarten sollten durch eingescanntes Naturpapier den Spirit der 60/70er transportieren. Unregelmäßigkeiten im Papier verleihen der Gestaltung eine gewisse Patina. Die moderne Drucktechnik des Multilayers Papier mit roten Kern, verleiht der Visitenkarte eine Moderne Note und rundet den roten Schriftzug farblich ab.

Druck

Format Querformat 8,5 x 5,5 cm
Veredelung keine Veredelung
Material 750 g Multilayer weiß (roter Kern)
Farbigkeit 4/4-farbig
Druckerei Flyeralarm

Kunde: Sylvana Trensch

Sylvana Trensch arbeitet als selbständige Kunstsachverständige, sie bewertet historische Kunstgegenständen auf ihre Echtheit und deren Wert. Kunden von Ihr sind neben Privatpersonen, Auktionshäuser und Museum.

Gestaltung

Bei der Gestaltung der Visitenkarte lag das Hauptaugenmerk auf der Überarbeitung des Familienwappens von Silvana. Das Ursprüngliche Wappen zeigte einen Schornsteinfeger auf einem Schornstein. Für die Visitenkarten sollte jedoch das Wappen - welches von ihrem Großvater gezeichnet wurde - neutraler und vereinfachter dargestellt werden. Das Mittelteil des Wappens und auch der Großteil der verzierenden Akanthusblätter wurden im Original mit silberner Farbe ausgemalt. Dieser edle Effekt sollte über eine partielle Sonderfarbe im Druck erhalten werden. Das Wappen wurde von mir durch das Programm ProCreate auf dem iPad Pro mit unterschiedlichen Ebenen nachgezeichnet und reduziert. So konnte für den Druck die Sonderfarbe als separate Ebene exportiert werden. Durch die Verwendung von Silver und Anthrazitgrau wirkt das Wappen sehr hart, deshalb wurde für den Hintergrund eine warme Eierschalenfarbene ausgewählt. Die verwendete Serifen-Schrift Alice sollte zum einen den historischen Styl den Wappens aufnehmen und durch ihre weiche abgerundeten Zügen die Brücke zur heutigen Zeit schlagen.

Druck

Format Querformat 8,5 x 5,5 cm
Veredelung beidseitigem Dispersionslack, einseitige partielle Sonderfarbe: HKS 99
Material 450 g Chromo-Sulfatkarton matt
Farbigkeit 5/4 farbig
Druckerei Flyeralarm

Kunde: Riptide

Filme sind die Leidenschaft von Riptide - Filmmakers . Die Filmmakers versuchen klassische Image- oder Produktfilme mit einem Schuss "Extra" zu versehen. Diesen Schuss „Extra" sollten auch für die Umsetzung der Visitenkarten umgesetzt werden.

Gestaltung

Die Vorderseite der Visitenkarte ziert eine brechende Wellte die an die große Welle vor Kanagawa erinnern sollte. Diese Welle ist nicht nur das KeyVisual von Riptide, sondern gleichzeitig auch das Logo. Ein weiteres Gestaltungselement sind die Puls Zeichen die auf der Vorderseite wie auch auf der Rückseite jedoch in unterschiedlicher Ausführung zu finden sind. Die Rückseite nimmt die Farbigkeit der Vorderseite auf und mischt das akzentstarke orange mit dem warmen Anthrazit grau. Als Schuss „Extra“ haben ich mich für eine partielle Lackierung in form von Puls Zeichen entschieden. Das besondere an dieser Lackierung ist, dass diese wirkt wie ein Relieflack ohne darunterlegenden farbigen Druck. Als Schrift wurde die klare und moderne DIN Alternate ausgewählt.

Druck

Format Hochformat 8,5 x 5,5 cm / 4 Motive
Veredelung beidseitiger Dispersionslack matt
Material 300g Bilderdruck matt
Farbigkeit 4/4-farbig
Druckerei Flyeralarm

Kunde: Brillenschatz

Bei Brillenschatz in der Potsdamer Straße kannst du außergewöhnliche, original, ungetragene Vintage Brillen und Sonnenbrillen finden. Das Sortiment reicht von Cartier, Matsuda, Ray Ban und C.Dior. Alle wichtigen Designer, Modelle und exklusive Materialen wie Büffelhorn, Feingold oder Holz sind vertreten.

Gestaltung

Im Vordergrund der Gestaltung stand das Herausstellen der unterschiedlichen Brillen-Formen, die im Sortiment von Brillenschatz zu finden sind. Somit wurde ein Dynamisches Logo entwickelt, welches aus einem statischen Schriftzug mit frei kombinierbaren Brillenformen besteht. Die ausgewählte Schrift Geared Slab greift die Vintage-Ästhetik der Brillen auf und bekommt durch ihre markanten Serifen industriellen Touch. —> Link zum Artikel dynamische Logos —> Link zum Artikel über das Corporate Design von Brillenschatz Für die Visitenkarten wurden aus acht Brillenformen die folgenden vier ausgewählt: Round, Cat-Eye, Extravagant und Square. Der Verkäufer kann somit nach jedem Beratungsgespräch individuell entscheiden welche Visitenkarte er aushändigt und geht somit in der Beratungssituation durch sein Erfahrung auf jeden Kunden persönlich ein.

Druck

Format Hochformat 8,5 x 5,5 cm / 4 Motive
Veredelung beidseitiger Dispersionslack matt
Material 300g Bilderdruck matt
Farbigkeit 4/4-farbig
Druckerei Flyeralarm

Kunde: Raphaeldesign

Der Designer Raphael Springmann entwirft und baut unter dem Namen Raphael Design ganze Häuser, spezielle Einrichtungen, einzelne Möbel und Objekte. Sein Fokus jedoch liegt auf maßgeschneiderten individuellen Küchen. Gezeichnet, geplant und aufgebaut wird alles aus seiner Hand.

Gestaltung

Raphael war es wichtig, wie es ihm auch bei der Gestaltung seiner Küche ist, dass die Gestaltung seiner Visitenkarten das Gestaltungsprinzip der Natürlichkeit und Ursprünglichkeit umgesetzt werden sollte. Daher wurde ein offenporiges Papier gewählt, welches durch seine Papier-Stärke von 380g gut in der Hand liegt. Die drei Wappen, die Raphael bereist in den 80er Jahre für sich entwickelten wurde durch eine Bildprägung auf der Vorher- und Rückseite perfekt in Szene gesetzt. Die Visitenkarten haben mit 4,0 cm breit und 8,5 ein sehr schmales Hochformat. Durch dieses Format unterscheidet sich die Karte deutlich durch die Haptik. Die Logoschrift Garamond wird mit der zurückhaltenden XY-Font gemischt. Der gesamte Schriftsatz wurde durch einen händischen Blocksatz gesetzt, welcher eine optimale Linienführung auf der schmalen Visitenkarte garantiert. --> Hier gehts zum Artikel zum Corporate Design von Raphael Design

Druck

Format schmales Hochformat 4,0 cm x 8,5 cm
Veredelung Blindprägung
Material 380g Designpapier matt, beidseitig matt vollgestrichen
Farbigkeit 4/4 farbig
Druckerei Print Prinz